Genehmigungsverfahren

Genehmigungsverfahren und Anzeigen

Grundsätzlich gilt: Mag die Anmeldung noch so bürokratisch erscheinen, man sollte als Pyrotechniker bedenken, daß die Behörden mit ihrer geleisteten Unterschrift gegebenenfalls mitverantwortlich sein können!

1.SprengV §23(4): "Effekte in Theater-, Film- und Fernsehproduktionstätten dürfen nur nach Erprobung vorgeführt werden. Für die Erprobung ist die Genehmigung der für den Brandschutz zuständigen Stelle erforderlich. Für die Vorführung in Anwesenheit von Mitwirkenden oder Besuchern ist auch die Genehmigung des Amtes für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Gemeinde bzw. der Aufsichtsbehörde erforderlich."

1.SprengV §23(5): "Wer außerhalb der Räume seiner Niederlassung oder auf Tourneen pyrotechnische Effekte in Anwesenheit von Besuchern verwenden will, hat dies zusätzlich der zuständigen Behörde zwei Wochen vorher schriftlich anzuzeigen."

Tipps für den Antrag und die Abnahme:
– Anträge und Anzeigen rechtzeitig und möglichst mehr als 14 Tage vorher einreichen (bei Verspätung kann Strafgebühr fällig werden oder die Beamten können störrisch werden)
– Begründung des Antrages mit szenischer Bedingtheit und brandschutztechnischer Unbedenklichkeit (gut und stichhaltig ausformulieren, wichtig!)
– gute Vorbereitung der Abnahme und des Umfeldes (z.B. hinterläßt es immer einen guten Eindruck, wenn Bierflaschen und Aschebecher rechtzeitig vor dem Eintreffen der Beamten der Feuerwehr und der Gewerbeaufsicht aus dem Bühnenbereich entfernt werden !)
– dafür sorgen, daß man ungestört ist und keine notorischen Besserwisser anwesend sind – wichtig: Behörden ernst nehmen, selber Ruhe und Kompetenz ausstrahlen und nie diskutieren (immer daran denken, daß die Behörden das Recht haben, die Effekte ohne Begründung zu untersagen)
– jeden Effekt detailliert erklären und dessen Unbedenklichkeit begründen und hervorheben (aber nur dann, wenn man selber daran glaubt!)
– jede Auflage der Behörden exakt erfüllen (gut für das Vertrauensverhältnis zu den örtlichen Beamten und für den hoffentlich nie eintretenden Unglücksfall; denn wenn etwas passiert, ist es wichtig nachweisen zu können, daß man alle Auflagen erfüllt hatte)
– alter Trick: für gute, aber keine perfekten Sicherheitsmaßnahmen bei der Abnahme sorgen; geben Sie den Beamten die Chance, etwas zu bemängeln und damit ihrer Berufsehre gerecht werden zu können (dann müssen sie keine ausgefallenen Auflagen erfinden)

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Verfasser: 
Kay Busch, Technischer Bühnenvorstand / eMail: k.bumm@t-online.deStand: 09/01 / Die Angaben dienen nur als Hinweis, sind ohne Gewähr und können unter keinen Umständen ein Studium der gesetzlichen Vorschriften ersetzen! Ich empfehle jedem, der sich ernsthaft mit Bühnenpyrotechnik befassen möchte einen der einschlägigen Lehrgänge. Tips und Empfehlungen gebe ich gern. Außerdem bin ich auch für Anregungen dankbar.
Werbung in eigener Sache: Meine Kollegen und ich können nicht nur klug daherreden, sondern übernehmen auch Aufträge für pyrotechnische und Spezialeffekte ! Eine eMail reicht, und wir rufen zurück.
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